Karneval am Leo

 

Beim Wort “ Karneval” bekommen die einen glänzende Augen, die anderen suchen lieber schnell das Weite. Das ist nicht nur “ draußen in der Welt” so, sondern auch an unserer Schule. Ein Artikel, geschrieben von einem Verantwortlichen für unsere inzwischen Tradition gewordene Karnevalsveranstaltung, wird zwangsläufig mit glänzenden Augen geschrieben sein, wenn auch nicht ausschließlich.

 

   

 

Zu den Fakten: Seit über 25 Jahren findet am Tag vor Fettdonnerstag in der Aula der Schule ab 20.00 Uhr eine Vorführung statt, die zwischen 1,5 und 2 Stunden dauert und in deren Anschluss getanzt und gefeiert wird. Am Fettdonnerstag wird diese Aufführung  für die Schüler der Klassen 5 bis 9 von der 4. Stunde ab wiederholt. Im Jahr 2012 konnten wir auf 23 so gestaltete Abende  zurückblicken (1990 fand wegen des Golfkrieges keine Veranstaltung statt), die- obwohl von unterschiedlicher Qualität und unterschiedlichem “Tiefgang”- alle erfolgreich verlaufen sind und bereits im Vorfeld mehr als ausverkauft waren.( Wer einmal im Gedränge in der Aula stehen musste, weiß, wovon hier die Rede ist!) Dabei ist das Publikum sehr gemischt, besteht  überwiegend aus Eltern, Kollegen, Ehemaligen sowie Oberstufenschülern, die Veranstaltung ist jedoch öffentlich. Während die ersten Sitzungen noch traditionellerweise mit Elferrat, Conference durch einen Präsidenten und Mariechen-Tanz aufwarteten, wurde das Programm in den letzten Jahren zunehmend satirisch und somit weniger “karnevalistisch” im engeren Sinne. Beiträge und Programmideen lieferte uns einerseits der Schulalltag, andererseits wurden aktuelle Entwicklungen jenseits der Schule auf’s Korn genommen. Beispiele hierfür sind aus den ersten  Jahren der unvergessene “Ferienclub Leonardis an der Costa Cordalis” mit Animationsprogramm für Sport, Wellness, Kultur etc., aber auch die “ MS Leonica”, eine Neuauflage der “Titanic” mit eingebautem Untergang des Publikums und die Show “ Leonas Welt” als Anspielung auf die allseits bekannte Fernsehsendung. Unvergessen ist und bleibt auch “ Fast Nacht im Leo”, als wir unseren damaligen Direktor, Herrn Dr. Frentz,  nebst Gattin ( natürlich im durch Schüler nachgestellten Double) nachts nicht zur Ruhe kommen ließen, weil ihn Gedanken an die Schule quälten, bzw. Störungen aus der Nachbarschaft nicht zum Schlafen kommen ließen. In den letzten Jahren wurde der Aspekt des „Theaters“ zunehmend perfektioniert, d.h. wir erstellen eine durchlaufende Handlung (die mit klassischem Karneval überhaupt nichts mehr zu tun hat), eine Art Comedy-Satire, in die wir gewünschte Beiträge in Form von Tanz, Gesang etc  als Handlungselement einfügen. Daraus wird dann ein komplettes Theaterstück mit Tanz und Musik, das einen Spannungsbogen hat und auf das Ende hin konzipiert ist. So viele „Künste“ auf einmal einzubringen, ist nicht immer leicht, aber dank hervorragender Unterstützung durch unsere beiden Profis, Tobias Willmann und Maria Saacke, gelingt das ganz ausgezeichnet und fördert und fordert  darüber hinaus in weitaus höherem Maße die Mitwirkenden,  als dies amateurhafte Ansprüche tun könnten.

 

   

 

   

 

In jedem Fall ist das Publikum Teil der Inszenierung, muss mitmachen und die Aula wird entsprechend dem Ort des Geschehens “ eingekleidet” ( wenn’s sein muss, auch mit Dünen und Pool oder als Schiffssalon).- Der Abend  steht und fällt natürlich mit dem Engagement der beteiligten Schüler, denn diese sind es, die  so gut wie alle Rollen bestreiten und auch den größten Teil des Programms tragen, die Aula schmücken, die Technik bewerkstelligen, DJ spielen etc. Jeder nach seinen Möglichkeiten: Die Unterstufe bastelt die Deko und kleine Geschenke für jeden Gast, stempelt Karten usw. Traditionellerweise gibt es darüber hinaus ( natürlich streng getrennt!) je einen Beitrag der Kollegen und der Kolleginnen, in dem sich jeweils für alle z.T. ganz ungewohnte Aspekte der Persönlichkeit offenbaren. Überhaupt: Die Beteiligten! Da gibt es Schüler, die von der 8. Klasse an ununterbrochen dabei sind und jedes Jahr viel Zeit und Energie opfern und auch die “ ernsthaften” Schulangehörigen zu irgendeinem Quatsch überreden. Ähnliches gilt für die vielen Kollegen, die immer wieder mitmachen. Viele der anwesenden Eltern kennt man seit Jahren und man fragt sich oft, ob die etwa immer noch Kinder auf der Schule haben. Bei den vielen Ehemaligen, die man  sieht, hat man den Eindruck, “schon ewig” an der Schule zu sein.

 

   

Das Programm der  Abendveranstaltung wird am nächsten Tag, wie gesagt, für die Klassen 5 bis 9 wiederholt, diesmal ohne Ausschank und  Tische, sondern mit einer normalen Theaterbestuhlung in der Aula. Und hier zeigt sich, dass „Schule“ in dieser Form konkurrieren kann mit der gleichzeitig auf dem Aachener Markt statt findenden Party: Es ist mucksmäuschenstill im Saa.- wie im „richtigen“ Theater und alle- Kleine wie Große- starren gebannt auf die Bühne.

Nach so viel Schwärmerei (, die die Nicht-Karnevalisten nachsichtig verzeihen mögen,)stellt sich die  Frage, was denn nun nicht so positiv ist. Problematisch ist jedes Jahr der Arbeitsaufwand neben dem “ normalen” Schuljob und “einem bisschen Familie”; jedes Jahr bin ich froh, wenn’s vorbei ist, aber spätestens im September wird das übliche “ Das mache ich nie mehr!” leiser. Und warum? Weil es schön ist, mit den Schülern auf Du und Du jenseits aller Noten etwas zu machen, ein bisschen mehr Akzeptanz zu pflegen und dadurch auch ein bisschen mehr Wir- Gefühl zu bekommen. Ein ehemaliger 13er Schüler meinte einmal anschließend( also 2 Monate vor dem Abi): “Das war super! Jetzt bin ich schon so lange hier, aber in den letzten Monaten war das erst meine Schule.” Gut, ne?

 

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